Darin befanden sich Franks Schlüssel, seine Uhr und die abgenutzte braune Brieftasche, die er, solange ich mich erinnern konnte, immer bei sich trug.
Ich habe es geöffnet.
Hinter seinem Führerschein hing ein altes, abgenutztes Foto.
Miley stand neben einem Küchentisch mit einem Teller sternförmiger Apfelpfannkuchen.
Die Kanten waren durch jahrelange Handhabung weicher geworden.
Hinter diesem Bild befand sich ein weiteres.
Das war ich im Alter von fünf Jahren, breit grinsend, während ich einen schiefen Pfannkuchen mit einer schwarzen Spitze hochhielt.
Auf der Rückseite beider Fotos befand sich keine Beschriftung.
Frank hatte seine beiden Töchter jeden einzelnen Tag bei sich getragen.
Er hatte nie versucht, Miley durch mich zu ersetzen.
Er hatte mich nicht geliebt, weil es ihm gelungen war, sie zu vergessen.
Er hatte sich entschieden, mich zu lieben, obwohl er sich genau bewusst war, was der Verlust eines Kindes für einen Menschen bedeuten kann.
In jener Nacht ging ich nach Hause.
Meine Tochter saß am Küchentisch und wartete auf mich.
„Kommt Opa zurück?“
Ich setzte mich neben sie.
„Nein, Liebling.“
Ihr Gesichtsausdruck verfinsterte sich.
Ich schloss sie in meine Arme und hielt sie fest, bis das Schlimmste des Weinens nachgelassen hatte.
Dann öffnete ich die Schublade neben unserem Herd.
Im hinteren Bereich lag Franks altes sternförmiges Ausstechmesser, zerkratzt und dunkel von jahrzehntelangen Sonntagsfrühstücken.
Ich habe Mehl, Eier, Milch, Zimt und gehackte Äpfel in einer Schüssel vermischt.
Meine Tochter schaute zu, als ich den Teig in den kleinen Metallstern goss.
„Warum hat Opa sie immer in dieser Form gemacht, Mama?“
Ich blickte zu den beiden Fotos, die neben dem Herd standen.
„Weil ihm jemand beigebracht hat, dass Liebe sich an einen Menschen erinnern und trotzdem Platz für einen anderen schaffen kann, Liebling.“
Wir saßen zusammen am Küchentisch.
Meine Tochter biss in einen der Pfannkuchen und lächelte.
Einen kurzen Augenblick lang hallte ihr Lachen durch den Raum.
Es war dieselbe Art von Lachen, die Frank einst so sehr erschreckt hatte.
Und zwar die gleiche Art von Weglaufen, die ihn schließlich gelehrt hatte, nicht wegzulaufen.
Als das Frühstück vorbei war, stellte ich den Sternausstecher neben den Herd.
Es wäre auch am darauffolgenden Sonntag noch da.
Und jeden Sonntag danach.
Nicht etwa, weil die Trauer verschwunden war.
Aber weil die Liebe schließlich groß genug geworden war, um es zu tragen.
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