Ihr Geländewagen war vollgepackt mit Koffern, Stand-Up-Paddleboards, Lebensmitteln und zwei faltbaren Kajaks.
Lachend näherten sie sich der Haustür.
Dann blieb Lauren stehen.
Neben der Einfahrt stand ein rotes „VERKAUFT“-Schild.
Derek starrte es an.
Lauren rief mich sofort an.
„Mama!“, schrie sie, „was hast du getan?“
Ich betrachtete die blaue Keramikschüssel, die im Regal meiner neuen Wohnung stand.
„Ich habe Ihre Grenze respektiert“, sagte ich.
Dann stieg eine mir unbekannte Frau aus ihrem Geländewagen und hielt eine Mappe mit der Aufschrift SOMMERMIETUNGEN in der Hand.
TEIL 2
Die Frau, die die Mappe hielt, war keine Freundin.
Ihr Name war Melissa Crane, und sie war aus Milwaukee angereist, weil sie glaubte, die Besitzer eines Ferienhauses am See zu treffen, das sie für den Sommer mitvermietet hatte.
Zehn Minuten später rief mich der neue Besitzer, Thomas Reed, an.
„Evelyn“, sagte er bedächtig, „es gibt hier Leute, die behaupten, Reservierungen zu haben.“
Reservierungen.
Plural.
Ich fuhr mit Nancy und meiner Anwältin Rebecca Shaw nach Lake Geneva.
Als wir ankamen, standen drei Familien mit ausgedruckten Bestätigungsmails in der Nähe der Einfahrt.
Eine Familie hatte 6400 Dollar für zwei Wochen im Juli bezahlt.
Ein anderer hatte eine Anzahlung von 3.200 Dollar für August geleistet.
In jeder Bestätigung wurde Lauren Bennett als Hausverwalterin aufgeführt.
Derek hatte das Mietkonto erstellt.
Meine Tochter hatte das Geld eingesammelt.
Lauren stand mit verschränkten Armen neben dem Geländewagen.
„Wir wollten es Ihnen gerade sagen.“
"Wann?"
„Nach dem Sommer.“
Derek trat vor.
„Das wird übertrieben. Wir haben lediglich die Wartungskosten gedeckt.“
„Sie haben Fremden Geld dafür abverlangt, in einem Haus zu übernachten, das Ihnen nicht gehörte.“
„Es war Familienbesitz.“
„Nein“, sagte ich. „Es handelte sich um Eigentum eines Familienmitglieds.“
Rebecca bat Melissa um die Mietunterlagen.
Aus den Aufzeichnungen ging hervor, dass innerhalb von fünf Monaten Einlagen in Höhe von mehr als 31.000 US-Dollar eingegangen waren.
Mit einem Teil des Geldes wurden Terrassenmöbel, ein Bootslift und neue Haushaltsgeräte angeschafft.
Der Restbetrag war auf ein Konto überwiesen worden, das Dereks Beratungsfirma gehörte.
Laurens Gesichtsausdruck veränderte sich, als Rebecca das laut vorlas.
„Du hast gesagt, es sei alles auf dem Hauskonto.“
Derek schnauzte: „Nicht jetzt.“
Da wurde mir zum ersten Mal klar, dass Lauren vielleicht doch nicht alles weiß.
Dann überreichte uns Melissa ein weiteres Dokument.
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