Das Lachen drang durch das Wasser zu mir, bevor ich merkte, dass ich sank.
Es kam von oben über der zitternden Oberfläche, verzerrt durch den Druck in meinen Ohren. Die Lichter unter dem gläsernen Atrium des Hotels zogen sich zu blassen Bändern. Mein Abendkleid schleifte wie nasses Segeltuch an meinen Beinen, und als ich nach unten trat, fanden meine Schuhe nichts.
Ich habe versucht, Hilfe zu rufen.
Stattdessen gelangte Wasser in meinen Mund.
Ich hatte nie schwimmen gelernt.
Meine jüngere Schwester wusste das.
Durch die schwankende Wasseroberfläche sah ich Corinne in ihrem Brautkleid am Beckenrand stehen. Sie hielt sich die Hand vor den Mund. Einen Augenblick lang hielt ich die Geste fälschlicherweise für Schock.
Dann sah ich ihre Augen.
Sie war amüsiert.
Sie bückte sich nicht und rief auch nicht um Hilfe. Sie beobachtete einfach nur und wartete darauf, dass die umstehenden Gäste begriffen, dass dies als Witz gedacht war.
Meine Schulter prallte gegen etwas Festes.
Jocelyn war bereits voll bekleidet hineingesprungen.
Eine andere Gästin packte mich am Saum meines Kleides, während ein Mann an der Bar meinen Unterarm ergriff. Gemeinsam zerrten sie mich zum gefliesten Rand. Ihre Hände umfassten meine Handgelenke. Mein Knie schrammte über den Stein. Jemand rief nach Handtüchern, während sie mich auf den nassen Boden zogen.
Ich drehte mich auf die Seite und hustete so lange, bis meine Rippen brannten.
Wasser strömte mir aus den Haaren in die Augen. Jeder Atemzug war ein schmaler, schmerzhafter Zug.
Jocelyn kniete neben mir, von den Schultern abwärts durchnässt, eine Hand fest zwischen meine Schulterblätter gepresst.
„Setz dich noch nicht auf“, sagte sie. „Atme einfach.“
Corinne blieb am Pool stehen.
Die Gäste versammelten sich locker um uns. Einige wirkten alarmiert, andere verwirrt. Mehrere trugen noch immer dieses verlegene Lächeln, das man aufsetzt, wenn man nicht entscheiden kann, ob man Zeuge von Grausamkeit oder Komik geworden ist.
„Das war ein Scherz“, sagte Corinne.
Ihre Stimme trug unter der gläsernen Decke hindurch.
Sie lächelte die Menge an und forderte sie auf, ihre Version zu akzeptieren, noch bevor ich etwas sagen konnte.
„Leah, sag ihnen, dass es dir gut geht.“
Ich hob den Kopf.
Mein Hals fühlte sich wundgescheuert an, aber meine Worte kamen deutlich genug heraus.
„Sie hat mich geschubst. Ich kann nicht schwimmen.“
Das Lächeln verschwand.
Corinnes Gesichtsausdruck veränderte sich für weniger als eine Sekunde. Ihre Augen verengten sich, nicht weil sie um mich fürchtete, sondern weil ich ihre Erklärung zurückgewiesen hatte.
Dann presste sie beide Hände auf ihre Brust.
„Oh mein Gott, Leah. Ich wusste nicht, dass du so in Panik geraten würdest.“
„Du wusstest doch, dass ich nicht schwimmen kann.“
Ein heftiger Hustenstoß unterbrach mich.
Jocelyn stützte mich, während mir jemand eine Hoteldecke um die Schultern legte. Ein anderer Gast sagte, man habe einen Notarzt gerufen.
Da bemerkte ich Marin.
Adrians fünfzehnjährige Tochter stand einige Meter hinter Corinne, blass und völlig regungslos, und hielt ihr Handy an ihre Brust gedrückt.
Sie wirkte nicht überrascht.
Sie sah aus, als ob sie etwas erkannte.
Als Corinne sich zu ihr umdrehte, wich Marin absichtlich zurück.
„Liebling“, sagte Corinne mit der sanften, öffentlichen Stimme, die ihr das Vertrauen der Spender und das Lob der Eltern gefährdeter Teenager eingebracht hatte. „Geh und such deinen Vater.“
Marin antwortete nicht.
Sie ging auf die Türen des Atriums zu, ohne den Blick von Corinne abzuwenden.
Nahe des tiefen Endes stand Corinnes Trauzeugin Mallory Kent auf einer blauen Mosaikfliese und hielt ihr Handy fest in der Hand.
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